Im Rahmen des Modellprojektes ViLBe (Virtuelles Lernen in Berufsschulen) entwickelten und erprobten zehn hessische Berufsschulen und das Studienseminar für berufliche Schulen in Darmstadt vier Jahre lang neue Lehr- und Lernformen im Unterricht. Die beiden Beruflichen Schulen des Vogelsbergkreises, die Max-Eyth-Schule (MES) aus Alsfeld und die Vogelsbergschule/Lauterbach (VBS) waren bei dem im Februar 2009 gestarteten 4-jährigen Modellversuch des hessischen Kultusministerium beteiligt und konnten dabei den Einsatz von virtuellen Lehr- und Lernformen im berufsbezogenen Unterricht der dualen Berufsausbildung erproben.
Im Mittelpunkt stand der Einsatz von digitalen Medien im Präsenzunterricht und die Entwicklung von transferfähigen Blended-Learning-Konzepten im Rahmen der Lernortkooperation von Schulen und Ausbildungsbetrieben. Das Projekt wurde vom Hessischen Kultusministerium (HKM) und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit insgesamt zwei Millionen Euro unterstützt.
In seinem Grußwort zeigte sich Prof. Dr. Lorz beeindruckt von den Ergebnissen des Modellprojektes: „Virtuelle Lehr- und Lernformen sind für den Einsatz in der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb geradezu prädestiniert. Im laufenden Schulhalbjahr lernen rund 1.100 Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Berufen – von Kaufleuten im Einzelhandel bis zu Kfz-Mechatronikern – mit der Plattform. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, ihren Lernweg individuell zu gestalten und so Selbstlernkompetenz zu erwerben“, so der Staatssekretär. An diesen Punkten setzte das Modellprojekt ViLBe an, als es vor vier Jahren durch das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung in enger Kooperation mit der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) initiiert wurde.
Weiter hob der Staatssekretär besonders die gute und intensive Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den beteiligten Ausbildungsbetrieben hervor: „Unter der Prämisse des selbstständigen Erarbeitens von Wissen durch die Schülerinnen und Schüler ist die Einführung von Blended Learning-Systemen in den Schulen geboten. Sie ermöglicht eine intensive Kooperation zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben und unterstreicht damit das gemeinsame Ziel der dualen Partner (betriebliche und schulische Komponente): eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung, die auch im Ausland Anerkennung findet.“
Ein Partner des Fachbereichs Kraftfahrzeugtechnik der VBS im Rahmen von Lernortkooperationen ist die Firma Neils & Kraft aus Gießen. Auszubildende des Ausbildungsberufs Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt Fahrzeugkommunikationstechnik des Servicepartners von Mercedes-Benz aus Mittelhessen besuchen die Bezirksfachklasse in Lauterbach. Im Laufe der Jahre konnte unter anderem mit Hilfe des Einsatzes von Lernmodulen zum virtuellen Lernen eine optimale Ausbildung im engen Verbund Ausbildungsbetrieb und Berufsschule im Rahmen so genannter Lernortkooperationen zum Vorteil der angehenden Facharbeiter stattfinden.
Prof. Dr. Lorz ist davon überzeugt, dass die Ergebnisse dieses Modellprojektes die ursprünglich ins Auge gefassten Ziele übertreffen. Sie seien richtungweisend für die künftige Arbeit an den Schulen und werden die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft und beim Prozess des Lebenslangen Lernens in einer globalisierten Welt begleiten. Abschließend dankte Staatssekretär Prof. Dr. R. Alexander Lorz allen Beteiligten für ihre Arbeit und überreichte ihnen Urkunden für ihr Engagement.

Der Leiter des Pilotschulverbunds Region Ost (MES und VBS), Thomas Jerwin nahm von Staatssekretär Prof. Dr. R. Alexander Lorz stellvertretend für das ViLBe-Team der Vogelsbergschule die Urkunde des Hessischen Kultusministerium entgegen.
Armin Aff (Firma Neils & Kraft/Gießen) mit dem ViLBe-Team der VBS: Werner Wöll, Thomas Dörr, Prof. Dr. Lorz (HKM), Boris Weppler, Thomas Jerwin, Reinhold Diehl, Thomas Keil und Thomas Boß (v.l.n.r.)

Staatssekretär Prof. Dr. R. Alexander Lorz (Bildmitte) zusammen mit den Projektleitern und Schulvertretern der zehn hessische Berufsschulendes Modellprojektes ViLBe